Groß- und Kleinschreibung – Regeln & Übungen
Alle Regeln der Groß- und Kleinschreibung mit Beispielen – plus Text-Konverter mit 9 Schreibweisen und interaktivem Quiz mit 12 Übungen. Kostenlos online, direkt im Browser.
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Hinweis: Das große Eszett (ẞ) ist seit 2017 amtlich – „STRAẞE“ statt „STRASSE“. Standard bleibt SS; mit der Option oben schreiben ALLES GROSS und CONSTANT_CASE das ẞ.
Alle Varianten auf einmal
Vergleichen Sie alle Schreibweisen Ihres Textes nebeneinander – und kopieren Sie genau die Variante, die Sie brauchen.
Interaktives Quiz: Groß oder klein?
12 Übungen zur Groß- und Kleinschreibung – wähle die richtige Schreibweise und erhalte sofort eine Erklärung.
Tipp: Wende bei Unsicherheit die Artikelprobe an – passt ein Artikel wie der, die, das davor, wird großgeschrieben.
Code-Schreibweisen zurück in lesbare Wörter
Geben Sie einen Bezeichner ein, zum Beispiel benutzerName oder max_anzahl. Das Tool macht daraus normale Wörter mit großem Anfangsbuchstaben.
Überschriften-Schreibung: kleine Wörter klein lassen
Geben Sie eine Überschrift ein. Anders als die einfache Titel-Schreibung lässt dieses Feld kleine Wörter wie und, in oder das klein, außer am Satzanfang. Das erste Wort steht immer groß.
Die Groß- und Kleinschreibung gehört zu den wichtigsten – und schwierigsten – Regeln der deutschen Rechtschreibung. Dieser Guide erklärt Ihnen alle Regeln verständlich mit Beispielen und zeigt Ihnen, wo Sie mit Übungen zur Groß- und Kleinschreibung trainieren können.
Die Grundregel: Nomen schreibt man groß
Alle Nomen (Substantive) werden großgeschrieben – das gilt für konkrete Dinge (der Tisch), abstrakte Begriffe (die Freiheit) und nominalisierte Verben und Adjektive (das Laufen, das Schöne). Alle anderen Wortarten – Verben, Adjektive, Artikel, Pronomen – schreibt man grundsätzlich klein.
Nominalisierungen erkennen
Schwierig wird es bei Nominalisierungen: Wird ein Verb oder Adjektiv wie ein Nomen verwendet, schreibt man es groß. Erkennungszeichen sind Artikel, Pronomen oder Präpositionen davor:
- das Lesen (nicht: das lesen)
- beim Einkaufen (nicht: beim einkaufen)
- etwas Schönes (nicht: etwas schönes)
- aufs Neue (nicht: aufs neue)
Groß- und Kleinschreibung bei Zeitangaben
Tageszeiten als Nomen schreibt man groß (am Morgen, gegen Abend), Adverbien der Zeit dagegen klein (morgens, abends, heute, gestern). Wochentage und Monate sind immer Nomen: am Montag, im Januar.
Häufige Fehlerquellen
- „recht/Recht haben“: Du hast Recht (Nomen) – aber es geschieht ihm recht (Adjektiv).
- Zahlwörter: die Erste (nominalisiert, groß), aber der erste Mai (Adjektiv, klein).
- Anredepronomen: In Briefen und E-Mails werden Sie, Ihr, Ihnen großgeschrieben.
- Superlative: am schönsten, aufs höchste – immer klein.
Übungen zur Groß- und Kleinschreibung
Der beste Weg zur Sicherheit ist regelmäßiges Üben – testen Sie Ihr Wissen direkt oben im interaktiven Quiz: 12 Sätze mit sofortiger Rückmeldung und Erklärung zu jeder Antwort. Achten Sie beim Lesen außerdem bewusst auf großgeschriebene Wörter und fragen Sie sich jeweils: Ist das ein Nomen oder eine Nominalisierung? Viele Schulbücher und Online-Lernportale bieten ergänzende Übungen zur Groß- und Kleinschreibung mit Lösungen – ideal zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen.
Groß- und Kleinschreibung auf Englisch
Auf Englisch (capitalization) gelten andere Regeln: Dort werden nur Satzanfänge, Eigennamen und das Pronomen „I“ großgeschrieben – normale Nomen bleiben klein (the table). Wer zwischen den Sprachen wechselt, sollte die Systeme bewusst trennen.
Doppelpunkt: Wann folgt Groß-, wann Kleinschreibung?
Der Doppelpunkt kündigt an, was folgt – doch ob danach groß- oder kleingeschrieben wird, entscheidet die Form dessen, was folgt. Die Regel ist einfach und gilt ausnahmslos: Folgt ein vollständiger, selbstständiger Satz, beginnt er mit einem Großbuchstaben. Folgen nur einzelne Wörter, Wortgruppen oder Aufzählungen, schreibt man klein weiter.
- Vollständiger Satz → groß: Er rief: „Komm sofort her!“ – Sie sagte nur einen Satz: „Ich habe keine Zeit.“ – Sein Fazit lautete: „Das Experiment war ein voller Erfolg.“
- Kein vollständiger Satz → klein: Sie kaufte: Brot, Milch und Käse. – Im Koffer waren: zwei Hemden, eine Hose und ein Paar Schuhe. – Die Zutaten für den Kuchen: Mehl, Zucker, Eier und Butter.
Besonders häufig steht der Doppelpunkt vor einer Aufzählung nach Wörtern wie folgende oder wie folgt – auch hier gilt Kleinschreibung, weil kein selbstständiger Satz folgt: Auf der Liste stehen folgende Dinge: Brot, Käse und Butter. Sind die einzelnen Aufzählungspunkte dagegen selbst vollständige Sätze, beginnt jeder Punkt groß: Sie nannte zwei Gründe: Erstens fehlte ihr die Zeit. Zweitens war das Angebot zu teuer.
Beginnt nach dem Doppelpunkt wörtliche Rede, wird das erste Wort immer großgeschrieben – selbst bei einem kurzen Ausruf: Sie fragte: „Wann kommst du?“ – Er flüsterte: „Leise!“
Merksatz: Machen Sie nach dem Doppelpunkt die Satzprobe – könnte das Folgende allein als eigener Satz stehen, schreiben Sie groß. Ist es nur eine Wortliste oder ein Satzteil, schreiben Sie klein.
Auch bei Überschriften und Buchtiteln mit Doppelpunkt gilt dieselbe Logik: Folgt ein selbstständiger Untertitel, schreibt man ihn groß – Rechtschreibung: Die wichtigsten Regeln im Überblick. Ist der Zusatz dagegen nur eine unselbstständige Ergänzung, bleibt er klein: Grammatik: ein Arbeitsbuch für die Oberstufe. Die Satzprobe funktioniert also auch hier: Könnte der Zusatz allein als Titel stehen, gehört ein Großbuchstabe an den Anfang.
Nicht zu verwechseln ist der Doppelpunkt mit anderen Verwendungen des Zeichens: In Uhrzeiten wie 12:30 Uhr oder in Verhältnissen wie 3:1 hat der Doppelpunkt nichts mit Groß- und Kleinschreibung zu tun – danach folgt ohnehin kein Wort, das man groß- oder kleinschreiben müsste.
Wörtliche Rede
In der wörtlichen Rede (direkten Rede) entscheidet die Stellung des Zitats im Satz über Groß- und Kleinschreibung. Die Grundregel lautet: Ein vollständig zitierter Satz beginnt mit einem Großbuchstaben; die Fortsetzung des Rahmensatzes nach dem schließenden Anführungszeichen schreibt man dagegen klein.
- Er sagte: „Ich komme morgen.“ (Zitat nach Doppelpunkt → groß)
- „Ich komme“, sagte er, „sobald ich fertig bin.“ (Rahmensatz nach dem Zitat → klein)
- „Kommst du mit?“, fragte sie. (Fragezeichen bleibt im Zitat, Fortsetzung klein)
- „Das Wetter ist schön“, meinte er. (Komma vor dem schließenden Anführungszeichen)
Steht das Zitat mitten im Satz und ist kein vollständiger Satz, sondern nur ein Wort oder eine Wortgruppe, behält es seine normale Schreibung – Adjektive und Verben also klein: Sie erinnerte an die „guten alten Zeiten“. – Er sprach von der „wahren Bedeutung“ des Wortes. Nomen bleiben natürlich groß, denn sie werden immer großgeschrieben.
Merksatz für die Praxis: Fragen Sie sich, ob das Zitierte ein eigener, vollständiger Satz ist. Ist es ein ganzer Satz, beginnt er groß. Ist es nur ein Satzteil oder ein einzelnes Wort, das in Ihren eigenen Satz eingebettet ist, richtet sich die Schreibung nach der Wortart – genau wie außerhalb der Anführungszeichen.
Ein häufiger Fehler ist die Großschreibung nach dem Zitat: Falsch ist „Ich komme“, Sagte er. – richtig ist „Ich komme“, sagte er., denn „sagte er“ ist die Fortsetzung des Rahmensatzes und kein neuer Satz.
Besondere Vorsicht gilt bei Anführungszeichen innerhalb von Anführungszeichen: Zitiert jemand, der selbst zitiert, verwendet man im Deutschen die halben (einfachen) Anführungszeichen: Er sagte: „Sie nannte es ‚einen Fehler'.“ Auch hier gilt die Grundregel – das innere Zitat ist kein vollständiger Satz, also beginnt es klein.
Endet die wörtliche Rede mit einem Ausrufe- oder Fragezeichen, entfällt der Schlusspunkt des Satzes: Sie rief: „Vorsicht!“ (nicht: „Vorsicht!“.). Endet sie mit einem Punkt, verschmilzt dieser mit dem Satzpunkt: Er sagte: „Ich komme morgen.“ – ein einziger Punkt genügt.
Nicht zu verwechseln ist die wörtliche Rede mit der indirekten Rede: Dort wird der Inhalt nur wiedergegeben – es gibt keine Anführungszeichen und keine besondere Großschreibung: Er sagte, er komme morgen. In Klassenarbeiten wird häufig geprüft, ob Sie beide Formen sicher unterscheiden und die wörtliche Rede korrekt in Anführungszeichen setzen.
Höflichkeits-Anrede: Sie, Du und du
Bei den Anredepronomen unterscheidet die deutsche Rechtschreibung streng zwischen der höflichen und der vertraulichen Anrede – und genau hier passieren die meisten Fehler.
- Höfliche Anrede – immer groß: Das höfliche Anredepronomen – Sie, Ihnen, Ihr, Ihre, Ihres, Ihrer usw. – wird immer großgeschrieben: in Briefen, E-Mails, Formularen, Anträgen und jedem anderen Text. Könnten Sie mir bitte helfen? – Vielen Dank für Ihre Nachricht. – Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
- Stolperfalle: Verwechseln Sie das höfliche Ihr nicht mit dem besitzanzeigenden ihr: Haben Sie Ihre Tasche vergessen? (höfliche Anrede, groß) meint die angesprochene Person; Sie hat ihre Tasche vergessen. (dritte Person, klein) meint eine andere Frau.
- Vertrauliche Anrede – grundsätzlich klein: Die vertrauliche Anrede – du, dich, dein, dir, euer, euch usw. – schreibt man grundsätzlich klein: Ich freue mich, dich zu sehen. – Danke für deine schnelle Antwort. – Ruf mich an, wenn du Zeit hast.
- Ausnahme in Briefen: In Briefen und E-Mails an vertraute Personen dürfen Sie die vertrauliche Anrede auch großschreiben: Lieber Thomas, ich schreibe Dir, weil … Beide Varianten sind korrekt; die Kleinschreibung ist die neutrale Standardvariante, die Großschreibung wirkt besonders höflich oder förmlich.
- Werbung und öffentliche Texte: Hier ist heute die Kleinschreibung üblich: Entdecke dein neues Lieblingsbuch. – Hol dir jetzt dein Ticket.
Achten Sie außerdem auf die zweite Person Plural: Auch hier gilt die Unterscheidung zwischen höflich und vertraulich. Höflich heißt es Ihr, Euer, Euch groß – Haben Sie schon von Ihrem Angebot gehört, das Sie ihren Kollegen zeigen wollten? Vertraulich dagegen klein: Habt ihr eure Hausaufgaben gemacht? In Klassenarbeiten ist genau diese Unterscheidung eine beliebte Fehlerquelle.
Ein natürlicher Großbuchstabe am Satzanfang ist übrigens keine Ausnahme von der Regel: In „Dein Vorschlag war gut.“ steht das D groß, weil jeder Satz groß beginnt – mitten im Satz hieße es „Ich fand deinen Vorschlag gut.“ mit kleinem d. Lassen Sie sich davon bei der Korrektur nicht irritieren.
Zahlen und feststehende Wendungen
Bei Zahlen und feststehenden Wendungen entscheidet wieder eine einzige Frage: Wird das Wort als eigenständiges Nomen verwendet – oder als Zahlwort, Adjektiv oder Adverb?
- Zahlwörter als Zahlwörter – klein: die fünf Sinne, die drei Musketiere, um drei Uhr, am ersten Mai, im Jahr zweitausend.
- Nominalisierte Zahlen – groß: Wird die Zahl wie ein Nomen gebraucht – etwa als Schulnote oder Glückszahl –, schreibt man groß: eine Eins in Mathe, eine Fünf in Deutsch schreiben, die Sieben gilt als Glückszahl.
- Uhrzeit-Komposita – groß: Zusammengesetzte Nomen mit Uhrzeiten werden groß- und zusammengeschrieben: der Dreiuhrzug, die Dreiuhrnachrichten.
- Vergleich: Sie wurde Erste. (nominalisiert, groß) – aber: der erste Mai (Adjektiv vor Nomen, klein).
- Feststehende adverbiale Wendungen – klein: Mehrteilige Fügungen, die wie ein Adverb gebraucht werden, schreibt man klein: Hand in Hand, nach und nach, von Zeit zu Zeit, über kurz oder lang, hin und her, Schritt für Schritt.
- Nominalisierte Wendungen – groß: Wird die Wendung dagegen wie ein Nomen gebraucht, schreibt man groß: das Für und Wider abwägen, im Großen und Ganzen, aus dem Vollen schöpfen, im Trüben fischen, zum Besten geben, aufs Ganze gehen.
Merksatz: Steht ein Artikel, ein Pronomen oder eine verschmolzene Präposition (zum, beim, am, im, aufs) davor, ist das ein starkes Zeichen für Großschreibung – denn dann wird die Wendung wie ein Nomen behandelt.
Unbestimmte Zahlwörter wie Hunderte, Tausende oder Dutzende werden als Nomen behandelt und großgeschrieben: Hunderte von Zuschauern jubelten. – Tausende feierten auf den Straßen. – Ein Dutzend Eier kostet zwei Euro. Ebenso sind Million, Milliarde und Billion immer Nomen und damit groß: eine Million Euro, mehrere Millionen Menschen.
Ein klassischer Stolperstein ist das Wort Paar: Als unbestimmtes Zahlwort („einige“) schreibt man es klein – ein paar Freunde, mit ein paar Ausnahmen. Meint man dagegen genau zwei zusammengehörende Dinge, ist es ein Nomen und wird großgeschrieben: ein Paar Schuhe, ein Paar Handschuhe. Der Artikel verrät den Unterschied: ein paar (einige) vs. ein Paar (zwei Stück).
Ausnahmen und Stolpersteine
Manche Fälle folgen ihren eigenen Regeln und müssen einfach gelernt werden. Die wichtigsten Stolpersteine im Überblick:
- Nach alles, etwas, nichts, viel, wenig: Folgt auf diese Indefinitpronomen ein Adjektiv, wird es nominalisiert und großgeschrieben: etwas Schönes, nichts Neues, viel Interessantes, wenig Gutes, alles Gute. Merksatz: alles, etwas, nichts, viel, wenig + Adjektiv → immer groß.
- Aber: Steht das Adjektiv vor einem Nomen, bleibt es klein: viele interessante Bücher, wenig gute Nachrichten. Entscheidend ist also, ob ein Nomen folgt oder nicht.
- Superlative – klein: am schönsten, aufs höchste, am besten, aufs schnellste – Superlative mit am oder aufs schreibt man immer klein.
- die einen … die anderen – klein: Die einen sagen dies, die anderen das. – Der eine oder andere wird zustimmen.
- Tageszeiten nach heute/gestern/morgen – groß: heute Morgen, gestern Abend, morgen Nachmittag – hier steckt jeweils ein Nomen (der Morgen, der Abend) dahinter. Aber: nächste Woche, letzten Montag, vorige Nacht schreibt man klein.
- im Voraus – groß: Vielen Dank im Voraus. Ebenso: aufs Neue, von Neuem.
- Adverbien auf -erweise – klein: glücklicherweise, möglicherweise, teilweise, schrittweise.
- Nominalisierte Personenbezeichnungen – groß: der Neue in der Klasse, die Erste im Ziel.
Weitere feststehende Fügungen mit Großschreibung, die Sie kennen sollten: im Allgemeinen, im Besonderen, im Übrigen, von Weitem, aus der Nähe, bis ins Kleinste. Auch hier stecken nominalisierte Adjektive dahinter – erkennbar an der Präposition davor.
Beim Wort zu Hause sind beide Schreibweisen erlaubt: zu Hause (getrennt, mit großem H) und zuhause (zusammen, klein). Beide Varianten sind korrekt – entscheiden Sie sich für eine und bleiben Sie dabei. Und zum Schluss ein Merksatz für Nominalisierungen allgemein: das Wichtigste zuerst – steht ein Superlativ mit Artikel allein, wird er großgeschrieben.
Und noch ein Praxistipp für Klassenarbeiten: Wenn Sie unsicher sind, ob ein Wort groß- oder kleingeschrieben wird, wenden Sie die Artikelprobe an – passt ein Artikel wie der, die, das oder ein Pronomen wie etwas, viel davor, handelt es sich fast immer um ein Nomen oder eine Nominalisierung und damit um Großschreibung. Passt kein Artikel davor, bleibt das Wort klein. Diese eine Probe löst die Mehrzahl aller Zweifelsfälle in Prüfungen. Besonders häufig geprüft werden Nominalisierungen nach zum, beim und am – etwa zum Lachen, beim Einkaufen oder am Schönsten.
Von camelCase zurück zu normalen Wörtern
Wer Code dokumentiert oder Variablennamen in einer Präsentation erklärt, muss Bezeichner zurück in Sprache übersetzen. Aus benutzerName wird Benutzer Name, aus max_anzahl wird Max Anzahl, und aus einer langen Kette wie lieferAdressePostleitzahl wird eine lesbare Wortfolge. Das Feld für lesbare Wörter erledigt genau diese Umkehrung: Unterstriche und Bindestriche werden zu Leerzeichen, ein Großbuchstabe im Wortinneren startet ein neues Wort, und jedes Wort beginnt danach groß.
Abkürzungen bleiben eine bewusste Ausnahme: Aus userID wird User Id, nicht User ID, denn der Zähler kann nicht wissen, welche Buchstabengruppe eine Abkürzung ist. Prüfen Sie solche Fälle kurz nach und schreiben Sie Abkürzungen in der Endfassung wieder zusammen.
Überschriften richtig schreiben: kleine Wörter bleiben klein
Die einfache Titel-Schreibung schreibt jedes Wort groß, und genau das sieht bei deutschen Überschriften schnell falsch aus: Die Kunst Und Das Leben In Berlin wirkt wie aus einer englischen Vorlage übersetzt. In deutschen Überschriften bleiben kleine Wörter klein, also Artikel, Präpositionen und Konjunktionen wie und, in, das, von oder für, außer sie stehen am Anfang.
Das Feld für Überschriften wendet diese Regel an und lässt das erste Wort immer groß stehen, damit der Satzanfang erkennbar bleibt. Eigennamen bleiben eine Ausnahme, die das Feld nicht erkennen kann: Berlin, Lena oder ein Markenname gehören in jedem Fall groß, auch wenn sie zufällig wie ein kleines Wort aussehen. Prüfen Sie Eigennamen nach dem Umwandeln kurz nach.
Die häufigsten Fälle im Überblick: groß oder klein?
Fast alle Fragen zur groß und kleinschreibung lassen sich auf wenige Muster zurückführen – und die meisten davon stehen in der Liste unten. Die Kurzform groß kleinschreibung, die Frage groß oder kleinschreibung und die Wendung groß und klein meinen alle dasselbe Thema: Schreibt man ein Wort groß oder klein? Die groß und kleinschreibung regeln dazu stehen im nächsten Abschnitt; hier zuerst die Antworten auf die Fälle, die am häufigsten gesucht werden.
Anrede und Pronomen: fast immer klein
- euch groß oder klein – klein: Persönliche Fürwörter schreibt man klein: euch bleibt klein, auch am Satzanfang steht nur der erste Buchstabe groß.
- ihr beiden groß oder klein – klein: Sowohl ihr als auch beiden schreibt man klein.
- ihr groß oder klein – klein: Das Fürwort ihr ist klein; nur die Höflichkeitsform Sie ist groß.
- dir groß oder klein – klein: Dir am Satzanfang groß, sonst klein – in Briefen darf die vertrauliche Anrede großstehen.
- du groß oder klein – klein: Standard ist klein; in Briefen und E-Mails ist das große Du erlaubt, aber nie Pflicht.
- euch klein oder groß – klein: Dieselbe Antwort wie oben: euch schreibt man klein.
- hallo ihr beiden groß oder klein – klein: In der Anrede „Hallo ihr beiden" bleiben ihr und beiden klein.
- ihnen groß oder klein – groß als Höflichkeitsform, sonst klein: Das höfliche Ihnen ist groß, das gewöhnliche ihnen (Dativ Plural) klein.
- ihrem groß oder klein – klein: Das besitzanzeigende ihrem ist klein; höflich heißt es Ihrem mit großem I.
- sie groß oder klein – klein: Das Fürwort sie ist klein; nur die Höflichkeitsform Sie schreibt man groß.
- ihr beide groß oder klein – klein: Ihr beide bleibt in beiden Wörtern klein.
- ihr lieben groß oder klein – ihr klein, Lieben groß: Das ihr ist klein, das substantivierte Lieben in der Anrede groß.
- ihrer groß oder klein – klein: Ihrer mit großem I nur als Höflichkeitsform, sonst klein.
- euch allen groß oder klein – klein: Beide Wörter bleiben klein: „euch allen".
- euch allen schreibweise – klein: Die Schreibung „euch allen" ist in beiden Wörtern klein, auch in der Grußformel „viele Grüße an euch allen".
- alle groß klein – klein: Das Wort alle schreibt man klein.
- aller groß oder klein – klein: Aller am Satzanfang groß, sonst klein.
- alle anderen groß oder klein – klein: „Alle anderen" bleibt in beiden Wörtern klein.
- alle groß oder klein – klein: Das unbestimmte Fürwort alle schreibt man klein.
- allen anderen groß oder klein – klein: Auch „allen anderen" bleibt klein.
- an alle groß oder klein – klein: In „an alle" ist alle klein.
- anderen groß oder klein – klein: Anderen nur am Satzanfang groß, sonst klein.
- dein groß oder klein – klein: Dein ist klein; in Briefen darf die vertrauliche Anrede großstehen.
- deine groß oder klein – klein: Ebenso: deine ist klein, groß nur als höfliche Briefanrede.
- die andere groß oder klein – klein: „Die andere" bleibt klein.
- ihre groß oder klein – klein: Ihre mit großem I nur als Höflichkeitsform, sonst klein.
- ihr zwei groß oder klein – klein: Ihr zwei bleibt klein.
- ich groß oder klein – klein: Das Fürwort ich ist immer klein, außer am Satzanfang.
- ihnen gross oder klein – groß als Höflichkeitsform, sonst klein: Dieselbe Regel in der ß-losen Schreibweise: Höfliches Ihnen groß, gewöhnliches ihnen klein.
- euch klein oder gross – klein: Auch in der ß-losen Variante bleibt euch klein.
- dir klein oder groß – klein: Dir ist klein, groß nur am Satzanfang oder in der Briefanrede.
- du groß klein – klein: Kurzform derselben Frage: du schreibt man klein.
- du klein oder groß – klein: Auch in dieser Reihenfolge lautet die Antwort: klein.
- sie groß klein – klein: Sie groß nur als Höflichkeitsform; das gewöhnliche sie ist klein.
- alles andere groß oder klein – Alles groß, andere klein: In „Alles andere" ist Alles groß, andere klein.
- die meisten groß oder klein – klein: „Die meisten" bleibt klein.
- viele groß oder klein – klein: Viele ist klein, außer am Satzanfang.
- andere groß oder klein – klein: Andere bleibt klein, außer am Satzanfang.
Superlative, Adverbien und feststehende Wendungen
- am besten groß oder klein – klein: „Am besten" ist eine adverbiale Wendung und bleibt klein.
- am besten groß klein – klein: Dieselbe Antwort in der kurzen Form: klein.
- am besten klein oder groß – klein: Auch in dieser Reihenfolge: klein.
- am besten gross oder klein – klein: In der ß-losen Schreibweise gilt dasselbe: klein.
- am meisten groß oder klein – klein: „Am meisten" ist ein Adverb und bleibt klein.
- das beste groß oder klein – groß als Nomen, klein vor einem Nomen: „Das Beste" als Nomen ist groß; vor einem Nomen heißt es klein, etwa „das beste Ergebnis".
- das ganze groß oder klein – groß: „Das Ganze" als Nomen schreibt man groß.
- das meiste groß oder klein – groß: „Das Meiste" ist substantiviert und groß.
- das wichtigste groß oder klein – groß: „Das Wichtigste" schreibt man groß.
- das richtige groß oder klein – groß: „Das Richtige" ist substantiviert und groß.
- alles groß oder klein – groß: „Alles" als Nomen schreibt man groß.
- vieles groß oder klein – groß: „Vieles" ist substantiviert und groß.
- ähnliches groß oder klein – groß: „Ähnliches" schreibt man groß.
- etwas neues groß oder klein – groß: „Etwas Neues" ist substantiviert und groß.
- etwas schönes groß oder klein – groß: Ebenso: „Etwas Schönes" schreibt man groß.
- letzteres groß oder klein – groß: „Letzteres" ist substantiviert und groß.
- letztere groß oder klein – groß: Ebenso: „Letztere" schreibt man groß.
- näheres groß oder klein – groß: „Näheres" ist substantiviert und groß.
- als erstes groß oder klein – groß: „Als Erstes" ist eine substantivierte Ordnungszahl und groß.
- zum einen groß oder klein – klein: In „zum einen … zum anderen" bleibt einen klein.
- zum einen zum anderen groß oder klein – klein: Beide Teile der Wendung bleiben klein.
- zum einen groß klein – klein: Kurzform derselben Frage: klein.
- im allgemeinen groß oder klein – groß: „Im Allgemeinen" ist substantiviert und groß.
- im folgenden groß oder klein – groß: „Im Folgenden" schreibt man groß.
- zu zweit groß oder klein – klein: „Zu zweit" ist eine adverbiale Wendung und bleibt klein.
- gestern groß oder klein – klein: Zeitadverbien wie gestern schreibt man klein.
- gestern gross oder klein – klein: In der ß-losen Schreibweise gilt dasselbe: klein.
- auf deutsch groß oder klein – groß: „Auf Deutsch" schreibt man groß, weil die Sprache hier substantiviert ist.
- auf deutsch groß klein – groß: Kurzform derselben Frage: „auf Deutsch" ist groß.
- deutsch groß oder klein – klein als Adverb, groß als Sprachenname: „Deutsch sprechen" ist klein, „das Deutsche" und „auf Deutsch" sind groß.
- deutsch klein oder groß – klein als Adverb, groß als Sprachenname: Dieselbe Regel in umgekehrter Reihenfolge.
- hallo ihr lieben groß oder klein – ihr klein, Lieben groß: In „Hallo ihr Lieben" ist ihr klein und Lieben groß.
Die Regeln dahinter: Substantivierung und die Artikelprobe
Die wichtigste Regel bei der groß und kleinschreibung ist die Substantivierung: Wird ein Adjektiv, ein Verb oder ein Fürwort wie ein Nomen gebraucht, schreibt man es groß. Erkennbar ist das an der Artikelprobe: Passt ein Artikel wie „der, die, das" oder ein Fürwort wie „etwas, viel, alles" davor, ist das Wort groß – „das Gute", „etwas Neues", „im Allgemeinen". Passt kein Artikel davor, bleibt das Wort klein – „gut gemacht", „neu angekommen", „allgemein bekannt". Die groß und kleinschreibung regeln lassen sich damit auf einen Satz bringen: Nomen und alles, was wie ein Nomen gebraucht wird, ist groß; alles andere ist klein.
Wer „gross auf deutsch" sucht, meint das deutsche Wort „groß": In der Schweiz und in Liechtenstein schreibt man statt ß grundsätzlich „ss", also „gross" statt „groß" – in Deutschland und Österreich gilt dagegen das ß. Auf Englisch ist die Sache einfacher: Die groß und kleinschreibung englisch folgt anderen Regeln als die deutsche – im Englischen bleiben Nomen klein, und nur Satzanfänge, Eigennamen und das Wort „I" sind groß. Wer englisch groß und kleinschreibung vergleicht, sieht den Unterschied sofort: „the house" ist klein, „das Haus" ist groß. Im Deutschen entscheidet also die Wortart, im Englischen fast nur die Position im Satz.
Üben: Übungen, Arbeitsblatt und PDF
Regeln lernt man am besten durch Üben: Die groß und kleinschreibung übungen auf dieser Seite – das Quiz oben mit zwölf Übungssätzen – geben zu jeder Antwort sofort eine Erklärung. Wer mehr will, findet übungen groß und kleinschreibung und übungen zur groß und kleinschreibung auch in Schulbüchern und auf kostenlosen Lernportalen; gesucht wird dort meist nach einem groß und kleinschreibung arbeitsblatt mit Lösungen für die eigene Klassenstufe. Für den Unterricht eignet sich eine groß- und kleinschreibung übungen pdf zum Ausdrucken: einen Fall aus der Liste oben nehmen, den Satz aufschreiben und die Regel daneben notieren – nach zwanzig Sätzen sitzt die Artikelprobe.
Der Konverter oben: neun Schreibweisen auf einen Klick
Der Text-Konverter oben auf dieser Seite ist ein case converter – auf Deutsch auch fallkonverter genannt – mit neun Schreibweisen: ALLES GROSS (UPPER), alles klein (lower), Jedes Wort Groß (Title Case), Satzanfang groß (sentence case), camelCase, PascalCase, snake_case, kebab-case und CONSTANT_CASE. Die Title Case-Schreibweise „Jedes Wort Groß" entspricht dem englischen title case und eignet sich für Überschriften im Englischen; im Deutschen bleiben kleine Wörter in Überschriften dagegen klein, wie der Abschnitt weiter oben erklärt. Wer einen text in großbuchstaben umwandeln will, wählt ALLES GROSS; wer großbuchstaben in kleinbuchstaben umwandeln will, wählt „alles klein" – beides geht mit einem Klick, ohne dass der Text neu getippt werden muss. Auch die Frage, wie man in word alles auf großbuchstaben umstellen kann, beantwortet sich so: In Word heißt die Funktion „Groß-/Kleinschreibung" im Menüband unter „Start", hier auf dieser Seite erledigt der Konverter denselben Schritt direkt im Browser.
Häufige Fragen (FAQ)
Wann schreibt man Adjektive groß?
Schreibt man Tageszeiten groß oder klein?
Heißt es „recht haben“ oder „Recht haben“?
Wo finde ich Übungen zur Groß- und Kleinschreibung?
Gilt die Großschreibung auch für das ß?
Was ist der Unterschied zum Englischen?
Schreibt man nach einem Doppelpunkt groß oder klein?
Schreibt man „du“ in E-Mails groß oder klein?
Heißt es „die fünf Sinne“ oder „die Fünf Sinne“?
Schreibt man „etwas schönes“ oder „etwas Schönes“?
Wie kann ich die Groß- und Kleinschreibung am besten üben?
Was ist camelCase, snake_case oder kebab-case?
Wie nutze ich die Ansicht „Alle Varianten auf einmal“?
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